Weniger draufzahlen – So mindern Sie Ihren geldwerten Vorteil

Sie sind Arbeitnehmer und zahlen für Ihren Firmenwagen ein Nutzungsentgelt? Dann können Sie Kosten, die durch die Nutzung Ihres Firmenwagens entstehen, auch bei einer Berechnung des geldwerten Vorteils mit der 1-Prozent-Methode steuermindernd geltend machen.

Mit dem Urteil des Bundesfinanzhof (BFH) vom 30.11.2016 wurden die Regelungen für die Berechnung eines geldwerten Vorteils erneut präzisiert – zum Vorteil von Arbeitnehmern! Festgelegt ist nun: zahlt ein Arbeitnehmer Nutzungsentgelte oder andere Zuzahlungen für die Firmenwagennutzung, so wird der geldwerte Vorteil, der für diese Nutzung durch die 1-Prozent-Methode oder ein Fahrtenbuch in der Einkommenssteuererklärung ermittelt wird, gemindert.

Neu ist hier vor allem die Berücksichtigung individueller Einzelkosten in der Versteuerung per 1-Prozent-Methode, die beim Arbeitnehmer durch die Nutzung eines Dienstwagens aufkommen. Wo zuvor ein pauschaler Festbetrag, der sich ausschließlich nach dem Bruttolistenpreis des Autos richtet, ausschlaggebend für die Höhe des geldwerten Vorteils war, können nun anfallende Kosten, wie beispielsweise Benzinkosten durch den Arbeitnehmer geltend gemacht werden. Der Arbeitnehmer hat die Chance, sich diese Beträge in Teilen oder vollständig vom Arbeitgeber zurückerstatten zu lassen.

Beispiel Benzinkosten

Ein Arbeitnehmer trägt die Benzinkosten, die bei der Nutzung seines Firmenwagens anfallen selbst, während der Arbeitgeber für restliche Kosten, wie beispielsweise die Anschaffung aufkommt. Da der Arbeitnehmer seinen Wagen auch privat nutzt, muss ein geldwerter Vorteil, pauschal per 1-Prozent-Methode oder mit Darlegung der tatsächlichen Kosten durch ein Fahrtenbuch, ermittelt werden. Geht man von einer Berechnung per 1-Prozent-Methode aus, so können nun nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs die Benzinkosten vom geldwerten Vorteil abgezogen werden.

Wieso ist das so? Die Benzinkosten fallen unter ein Nutzungsentgelt und können Ihnen als Arbeitnehmer als Werbungskosten aus nichtselbstständiger Arbeit erstattet werden. Der Betrag wird selbstverständlich individuell errechnet.

 

Nicht in den Minusbereich

Wer besonders hohe Zahlungen für seinen Dienstwagen ansetzt, darf sich trotz dem Vorteil durch dieses Urteil nicht zu früh freuen: Die Minderung des geldwerten Vorteils erfolgt lediglich bis 0 Euro. Dies gilt auch dann, wenn die Eigenleistung über dem vom Arbeitnehmer angesetzten Betrag zur privaten Dienstwagennutzung und für den Arbeitsweg liegt. Beläuft sich beispielsweise der berechnete Betrag auf 6.000 Euro, die Kosten aus Benzinkosten und Co jedoch auf 7.000, so können nicht 7.000 Euro in der Einkommensteuer als Werbungskosten angesetzt werden. Sie können dann ausschließlich die 6.000 Euro geltend machen, die sich mit dem berechneten geldwerten Vorteil decken. Der offene Restbetrag zählt nicht zu den Werbungskosten und darf somit nicht steuermindernd bei den Arbeitnehmereinkünften in der Einkommensteuererklärung angesetzt werden.

Für Sie bedeutet dies also konkret: Sie können die Zusatzkosten, die Sie für Ihren Firmenwagen zahlen auch in mit der 1-Prozent-Methode steuermindernd geltend machen – dies gilt aber nur soweit, wie der geldwerte Vorteil berechnet wurde. Somit ändert sich nichts daran, dass ein Fahrtenbuch eine höhere Steuerersparnis mit sich bringen kann. Mit dem Firmenwagenrechner können Sie berechnen, welche Versteuerungsvariante für Sie am lohnendsten ist.

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