1×1 der Firmenwagenversteuerung

Von Arbeitsweg bis Steuerberater. Mit dem 1×1 der Firmenwagenversteuerung haben Sie alle Begrifflichkeiten im Überblick.

1%-Methode
Die 1-Prozent Methode, oft auch Pauschalwertmethode genannt, wird bei der Versteuerung eines Firmenwagens angewendet. Privatfahrten, die mit einem Dienstwagen getätigt werden, können alternativ zum Fahrtenbuch auf diesem Weg versteuert werden. Pauschal wird dann monatlich ein Prozent des Bruttolistenpreises des Fahrzeugs als Steuer angesetzt. Lesen Sie hier mehr.

Arbeitsweg
Generell stellt der Arbeitsweg die Strecke zwischen Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte dar. In der Steuererklärung kann der einfache Arbeitsweg von Ihrer Wohnung zur ersten Tätigkeitsstätte mit 0,30 Euro pro Kilometer abgesetzt werden. Die Berechnung kann sich von Berufsgruppe zu Berufsgruppe unterscheiden. Um Ihre persönliche maximale Steuerersparnis zu erreichen, sollten Sie die Arbeitstage, für die Sie einen Arbeitsweg geltend machen können, berechnen.

Abschreibung
Bei einem gekauften Firmenwagen können Sie den Anschaffungspreis über sechs Jahre hinweg steuerlich abschreiben. Dabei zählt nicht nur der eigentliche Kaufpreis, sondern auch jegliche Sonderausstattung. Sollten Sie zum Vorsteuerabzug berechtigt sein, einen Gebrauchtwagen verwenden oder den Wagen mithilfe des Investitionsabzugsbetrags angeschafft haben, gibt es einige Sonderregelungen zu beachten.

Betriebsfahrt
Betriebsfahrten sind alle getätigten Fahrten, die aus geschäftlichen Gründen stattfinden. Darunter fallen beispielsweise Fahrten, die den Fahrer aufgrund von Geschäftsabschlüssen oder Angebotsunterbreitungen zu Kunden oder Geschäftspartnern führen. Bei betrieblichen Fahrten ist es wichtig, die vom Fiskus geforderten Details vollständig im Fahrtenbuch anzugeben. Dazu gehören neben Daten wie dem Kilometerstand und Start- und Zieladresse auch Geschäftspartner und Anlass.

Betriebskosten
Als Betriebskosten werden die Kosten bezeichnet, die im Rahmen der betrieblichen Nutzung eines Firmenwagens entstehen – also beispielsweise die Benzinkosten, die auf einer Fahrt zum Kunden entstehen oder die Autowäsche.

Betriebs-
vermögen
Als Betriebsvermögen bezeichnet man alle Vermögensgegenstände, die in Verbindung zum Betrieb stehen. Es wird zwischen dem notwendigen und dem gewillkürten Betriebsvermögen unterschieden. Bei dem notwendigen Betriebsvermögen wird der Gegenstand, beispielsweise ein Firmenwagen, ausschließlich in Verbindung mit dem Betrieb, wie etwa durch Fahrten zu Kunden, genutzt wird. Bei einem gewillten Betriebsvermögen muss der Vermögensgegenstand ebenfalls in Verbindung mit dem Betrieb genutzt werden – zu mindestens 10% – es können aber auch private Nutzungsetappen erfolgen. Diese müssen dann jedoch steuerlich angesetzt werden.

BMF
BMF ist die Abkürzung für das Bundesministerium für Finanzen. Zu den Zuständigkeiten des Amts gehört die Steuer- und Haushaltspolitik der Bundesrepublik Deutschland. Auch auf der europäischen Ebene wirkt das BMF in den Bereichen Zoll, Steuern und Finanzdienstleistungen mit.

Bruttolisten-
preis
Der Bruttolistenpreis ist bei der Firmenwagenversteuerung mit der 1%-Methode wichtig. Er setzt sich aus dem Kaufpreis zum Zeitpunkt der Erstzulassung des Fahrzeugs und den Kosten für Sonderausstattung (einschließlich Umsatzsteuer) zusammen.

Datenschutz
Datenschutz spielt im Bezug auf Fahrtenbücher eine wichtige Rolle, denn jeder Arbeitnehmer sollte darauf achten, dass Privatfahrten wirklich privat bleiben. Wohin Sie in Ihrer Freizeit fahren, geht nur Sie selbst etwas an. Bei der Wahl von elektronischen Fahrtenbüchern ist aus diesem Grund auf entsprechende Datenschutzvorkehrungen zu achten.

Dienstwagen
Siehe Firmenwagen.

Dienstwagen-
überlassungs-
vertrag
Der Dienstwagenüberlassungsvertrag wird in der Regel vor der Übergabe eines Firmenwagens von Arbeitgeber und Arbeitnehmer unterzeichnet. Er ist schriftlich bindend und im Streitfall eine rechtliche Grundlage auf die sich beide Parteien stützen kann. In dem Vertrag sind unter anderem Punkte wie Firmenwagenversteuerung, Widerrufsrecht, Betriebskostenerstattung, Regelungen für Schadensfälle festgelegt.

Digitales
Fahrtenbuch
Siehe elektronisches Fahrtenbuch.

Elektronisches
Fahrtenbuch
Ein elektronisches Fahrtenbuch ist eine digitale Alternative zu einem handschriftlichen Fahrtenbuch. Das elektronische Fahrtenbuch zeichnet die getätigten Fahrten mit einem Firmenwagen auf – dies erfolgt beispielsweise durch einen Stecker, der an die OBD-Schnittstelle im Auto angebracht wird. Die Fahrten müssen anschließend in einer App oder Webversion kategorisiert werden. Ein elektronisches Fahrtenbuch kann somit die Fahrtenbuchführung vereinfachen und eine Zeitersparnis mit sich bringen.

Entfernungs-
pauschale
Die Entfernungspauschale wird im Volksmund auch als Pendlerpauschale bezeichnet. Damit können Sie für jeden Kilometer, den Sie auf Ihrem Arbeitsweg zurücklegen – unabhängig ob mit dem Auto, Zug oder Bus -, einen Pauschalwert von 0,30 Euro steuerlich geltend machen. Bei einem Arbeitsweg von 10km wären das also 3 Euro pro Arbeitstag im Jahr.

Erste
Tätigkeitsstätte
Die erste Tätigkeitsstätte wird in der Regel von Ihrem Arbeitgeber festgelegt und beschreibt Ihren regulären Arbeitsplatz. Sind Sie als Außendienstler im Homeoffice tätig, kann es auch sein, dass Sie keine erste Tätigkeitsstätte besitzen.

Export
Bei digitalen Fahrtenbücher besteht nach der eigentlichen Buchführung die Möglichkeit, das entstandene Fahrtenbuch als PDF-Datei u.a. zu exportieren. Das auf diese Weise erstellte Dokument wird Export genannt.

Fahrtenbuch
In einem Fahrtenbuch werden alle mit einem Fahrzeug zurückgelegten Strecken dokumentiert. Bei der Firmenwagenversteuerung kann so genau nachgewiesen werden, zu welchem Anteil das Fahrzeug betrieblich oder privat genutzt wurde. Im Vergleich zur pauschalen 1%-Methode kann so häufig Steuerlast gespart werden.

Fahrtenbuch-
auflage
Erfolgt ein Verkehrsverstoß und der Fahrzeugführer ist unbekannt kann dem Fahrzeughalter die Führung eines Fahrtenbuches auferlegt werden. Anders als bei einem herkömmlichen Fahrtenbuch zur Firmenwagenversteuerung kommt es hier darauf an, wer das Fahrzeug wann fährt. So soll verhindert werden, dass ein erneuter Verstoß ohne Täter bleibt.

Familien-
heimfahrt
Eine Familienheimfahrt kommt dann zustande, wenn Sie unter der Woche für Ihre Arbeit in dem Beschäftigungsort, also beispielsweise der Stadt, in der Ihre Firma ihren Hauptsitz hat, wohnen und am Wochenende regelmäßig zu Ihrer Familie in einem anderen Ort fahren. Durch Ihre Familie liegt Ihr Lebensmittelpunkt in dem zweiten Ort, der möglicherweise weiter von Ihrer Tätigkeitsstelle entfernt ist. Ist dies der Fall, können Sie für diese Heimfahrt zur Familie 0,30 Euro pro Kilometer in der Steuererklärung geltend machen.

Finanzamt-
konformität
Damit Ihr Fahrtenbuch Ihnen die erhoffte Steuerersparnis bringen kann, muss es erst vom Finanzamt akzeptiert werden. Der Fiskus hat einige Auflagen, die ein Fahrtenbuch erfüllen muss. Diese gelten auch für elektronische Fahrtenbücher. Erst wenn Manipulationssicherheit, zeitnahe Führung, Lückenlosigkeit usw. gewährleistet werden, ist das Fahrtenbuch finanzamtkonform.

Firmenwagen
Als ein Firmenwagen wird üblicherweise ein Auto bezeichnet, dass vorwiegend oder zu mindestens 10 Prozent für betriebliche Zwecke genutzt wird. Die private Nutzung ist dabei in der Regel nicht ausgeschlossen, muss aber genau dokumentiert und in der Steuererklärung aufgeführt werden.

Firmenwagen-
rechner
Der Firmenwagenrechner hilft Ihnen dabei festzustellen, ob die Fahrtenbuchführung für Sie sinnvoll ist. Mit den Angaben über die Nutzung Ihres Pkw wird die mögliche Steuerersparnis berechnet.

Geltend-
machnung
Der Begriff Geltendmachung taucht im Kontext steuerlicher Themen öfter auf und heißt so viel wie die Aussprache einer Forderung. Dies kann beispielsweise eine Geltendmachung von Betriebskosten beim Arbeitgeber sein oder aber auch die Absetzung von betrieblichen Fahrten in der Steuererklärung.

Geldwerter
Vorteil
Ein geldwerter Vorteil ist eine Form der Vergütung seitens des Arbeitgebers, die nicht in Form von Geld ausgezahlt wird. Eine solche Vergütung kann eine Sachleistung sein, zu der beispielsweise ein eigener Dienstwagen gehört. Wird ein Firmenwagen auch privat genutzt, sieht das Finanzamt einen geldwerten Vorteil für den Arbeitnehmer. Die private Nutzung muss in der Steuererklärung angegeben und entsprechend versteuert werden. Dies kann mit der 1%-Methode oder mithilfe eines Fahrtenbuchs erfolgen.

GoBD
Die GoBD sind die „Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff“. Das bedeutet es sind Regelungen darüber wie und wie lange Sie Ihre Steuer relevanten elektronischen Daten und Dokumente aufbewahren müssen.

GPS
GPS steht für Global Positioning System und beschreibt die Positionsbestimmung per Satellit. Es wird meist für Navigationssysteme aber beispielsweise auch für einige digitale Fahrtenbücher genutzt.

Kilometer-
pauschale
Die Kilometerpauschale ist eine Form der Versteuerung, die alternativ zur 1%-Methode oder zum Fahrtenbuch angewendet werden kann, sofern das Auto in das notwendige Privatvermögen eingestuft wurde. Die Pauschale ist gesetzlich festgelegt und beläuft sich aktuell bei einem Pkw auf 0,30 Euro pro geschäftlich gefahrenen Kilometer.

Manipulations-
sicherheit
Die Manipulationssicherheit zählt zu den wichtigsten Mindestanforderungen, die das Finanzamt an ein Fahrtenbuch stellt. Es muss ausgeschlossen werden, dass ein handschriftlich oder auch elektronisch geführtes Fahrtenbuch nachträglich bearbeitet werden kann. Jede nachträgliche Änderung muss dokumentiert werden und sollte zeitnah erfolgen.

Mischfahrt
Als eine Mischfahrt wird eine Fahrt mit einem Fahrzeug bezeichnet, die weder als ganz geschäftlich noch ganz privat kategorisiert werden kann. Ein Beispiel wäre, wenn Sie auf dem Weg zur Arbeit ihre Kinder zur Schule bringen. In diesem Fall gelten besondere Regelungen für die Dokumentation im Fahrtenbuch.

OBD-
Schnittstelle
OBD steht für On-Board-Diagnose, also ein im Fahrzeug integriertes System, das durch Werkstätten zur Fehlerdiagnose genutzt wird. Einige elektronische Fahrtenbücher sind OBD-Stecker und müssen für die Aufzeichnen der Fahrten an der OBD-Schnittstelle im Fußraum auf der Fahrerseite des Autos angebracht werden.

Pauschal-
wertmethode
Siehe 1%-Methode.

Pendler-
pauschale
Siehe Kilometerpauschale.

Poolfahrzeug
Poolfahrzeuge sind Fahrzeuge auf die mehrere Arbeitnehmer für dienstliche Zwecke Zugriff haben. In einem Fahrzeugpool gibt es also in der Regel weniger Fahrzeuge, als zugriffsberechtigte Mitarbeiter. Im Falle einer beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit kann Mitarbeiter dann ein Auto aus einem Fahrzeugpool entwenden und nach der Fahrt wieder dort abstellen.

Privatfahrt
Alle getätigten Fahrten, die keinem dienstlichen Zweck zuzuordnen sind und die einen privaten Charakter haben, sind Privatfahrten. Dazu zählen beispielsweise Fahrten zum Einkaufen, zu Freunden und Verwandten oder zum Sport. Privatfahrten müssen im Fahrtenbuch unbedingt als solche gekennzeichnet werden.

Privat-
vermögen
Das sogenannte notwendige Privatvermögen spielt bei der Versteuerung des eigenen Autos eine Rolle. Nutzen Sie Ihren Wagen zu weniger als 10 Prozent betrieblich, fällt er in diese Kategorie und muss nicht über die 1%-Methode oder ein Fahrtenbuch versteuert werden. Geschäftliche Fahrten werden hier stattdessen mit der Kilometerpauschale geltend gemacht.

Spesen
Spesen bezeichnen die Kosten die ein Arbeitnehmer beispielsweise im Rahmen einer Geschäftsreise hat und die vom Arbeitgeber übernommen werden.

Steuerberater
Ihr Steueberater ist immer Ihr bester Ansprechpartner in Steueranliegen. Sollten auch nach ausgiebiger Recherche noch Zweifel und Fragen bleiben, tauschen Sie sich am besten mit Ihrem Steuerberater aus. So sind Sie auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

Werbungs-
kosten
Werbungskosten sind alle Kosten, die für Arbeitnehmer durch ihre Arbeit entstehen. Wer den festgelegten Pauschalbetrag von 1.000 Euro mit betrieblichen Ausgaben übersteigt, muss alle Werbekosten in seiner Steuererklärung aufführen und zurückfordern.

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