Das Finanzamt nimmt es genau – 5 Kriterien für ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch

Der Fiskus entscheidet nach strikten Regeln wann er ein Fahrtenbuch anerkennt und wann nicht. Welche Bedingungen Sie mit Ihrem handschriftlichen Fahrtenbuch erfüllen müssen, um auf der sicheren Seite zu sein, erfahren Sie hier.

Wer sich für die Führung eines handschriftlichen Fahrtenbuchs entscheidet, ist sich oft nicht darüber im Klaren, wie viel Aufwand damit verbunden sein kann. Und doch – die ordnungsgemäße Führung ist das A und O bei der erhofften Steuerersparnis. Erfolgt diese nicht nach bestimmten Kriterien kann Ihnen das Finanzamt schnell einen Strich durch die Rechnung machen. Damit dies nicht passiert, ist bei der Führung eines handschriftlichen Fahrtenbuchs auf die folgenden fünf Faktoren zu achten:

1. Zeitnahes Führen

Ein wichtiges Kriterium bildet die zeitnahe Erfassung der Fahrten. Am besten Sie tragen die relevanten Daten sofort nach jeder Fahrt oder spätestens am Ende eines Tages ein. Diese Vorsichtsmaßnahme des Finanzamts soll Fehlern, Manipulation und Lücken vorbeugen.

2. Lückenlose Aufzeichnung

Das Fahrtenbuch wird vom Finanzamt auf seine lückenlose Aufzeichnung, also die Vollständigkeit, geprüft. Dabei ist vor allem wichtig, dass bei den beruflichen Fahrten das Datum, das Fahrziel, der Kunden- oder Geschäftspartnername zu dem die Fahrt ging, die Tätigkeit und auch der Anfangs- und Endkilometerstand der Fahrt festgehalten wurde. Ist das Fahrtenbuch nicht vollständig, wird es nicht anerkannt und die 1-Prozent-Methode angewandt.

3. Angabe von Privatfahrten

Im Gegensatz zur Aufzeichnung der Betriebsfahrten muss bei privaten Fahrten kein Ziel oder Zweck angegeben werden – hier sind lediglich die Kilometerangaben wichtig. Bei Fahrten zwischen der Wohnung und dem Betrieb, also dem Arbeitsweg, genügt ebenfalls ein kurzer Vermerk. Sobald dienstliche Fahrten aus privaten Gründen unterbrochen werden, muss dies jedoch zwingend dokumentiert werden.

4. Geschlossene Form

Bloß keine Zettelsammlung abgeben! Das Finanzamt akzeptiert lediglich gebundene Hefte oder eine nicht veränderbare Datei.

5. Manipulationssicherheit

All diese Vorkehrungen sind in erster Linie kleinere Faktoren, die das Hauptziel – die Manipulationssicherheit des Fahrtenbuchs – garantieren sollen. Nachträgliche Änderungen des Dokuments müssen ausgeschlossen werden können oder klar als solche gekennzeichnet sein. Deswegen sind auch sauber geführte Excel-Tabellen kein gültiges Fahrtenbuch, hier könnte im Nachhinein verändert werden. Die Manipulationssicherheit ist auf jeden Fall zu gewährleisten, was die Problematik mit sich bringt, dass das Fahrtenbuch durch kleine Fehler oder ungekennzeichnete Nachtragungen ungültig wird.

Das Fazit der fünf genannten Punkte ist, dass handschriftliches Fahrtenbuchführen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen ist. Nur mit Genauigkeit und Konsequenz kommt es hier zu der erhofften Steuerersparnis. Wegen des großen Papieraufwands und zusätzlichen Stress im Alltag erhoffen sich Viele eine Erleichterung der Fahrtenbuchführung mittels elektronischer Fahrtenbücher. Doch auch hier spielen die oben genannten Kriterien eine wichtige Rolle und müssen bei der Wahl der Software bedacht werden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Navigate