Familienheimfahrt: Steuern sparen auf dem Weg nach Hause

Wer unter der Woche für den Job in einer Zweitwohnung am Beschäftigungsort wohnt, hat keine Lust sich am Wochenende bei der Heimfahrt zur Familie noch um die Benzinkosten zu sorgen. Wenn Sie Familienheimfahrten in der Steuererklärung richtig geltend machen, können Sie sparen.


Wer Arbeit und Berufsleben gut vereinen will, dem sollten durch das Steuerrecht keine Steine in den Weg gelegt werden. Wichtig ist jedoch eine gute Information über die eigene Situation in der Gesetzeslage. Bei der Versteuerung von Privat- und Betriebsfahrten ist nämlich einiges zu beachten und wie der Volksmund so gerne sagt, liegt der Teufel im Detail. Arbeitnehmer, die für Ihre Tätigkeit eine Zweitwohnung unterhalten, sollten sich mit der Entfernungspauschale und der doppelten Haushaltsführung vertraut machen. Sollten Sie beispielsweise unter der Woche in einer Wohnung in Ihrem Beschäftigungsort wohnen, am Wochenende aber nach Hause zu Ihrer Familie fahren, gelten für die sogenannte Familienheimfahrt besondere Steuerregelungen. Im folgenden Verlauf dieses Artikels sind die wichtigsten Fakten zu Entfernungspauschale und doppelter Haushaltsführung kurz für Sie zusammengefasst.

Arbeitsweg und Entfernungspauschale

Ein Arbeitnehmer kann seinen Arbeitsweg, also den Weg von seinem Wohnsitz zur Betriebsstätte, steuerlich geltend machen – so ist es durch die Entfernungspauschale im Paragraf 9, Absatz 1 des Einkommenssteuererklärungsgesetzes festgelegt. Demnach können pro Kilometer, der zum Betrieb gefahren wird pauschal 0,30 Euro als Werbungskosten angegeben und als Ausgaben in der Einkommenssteuer geltend gemacht werden. Dabei wird immer mit dem kürzesten oder offensichtlich verkehrsgünstigsten Weg vom Wohnsitz zur Tätigkeitsstätte gerechnet. Der maximale Betrag, den man sich bei der Entfernungspauschale zurückholen kann beträgt 4.500 Euro.

Doch Vorsicht: Die Entfernungspauschale, auch Pendlerpauschale genannt, kann nur einmal pro Tag in Anspruch genommen werden. Wird der Arbeitsweg doppelt angegeben, werden aus den 0,30 Euro pro Kilometer zu Ihrem Nachteil 0,15 Euro pro Kilometer. Dieser finanzielle Nachteil zeigt sich insbesondere, wenn der Fahrzeugnutzer außer Arbeitswegen sogenannte Familienheimfahrten geltend machen könnte.

Richtige Angabe von Familienheimfahrten

Familienheimfahrten können steuerlich abgesetzt werden -doch was bedeutet das eigentlich genau? Eine solche Fahrt kommt zum Beispiel zustande, wenn Sie unter der Woche in einem Beschäftigungsort wohnen und tätig sind, also beispielsweise der Stadt, in der Ihr Büro den Hauptsitz hat — Ihre Familie wohnt dort allerdings nicht. Am Wochenende fahren Sie aber regelmäßig zu Ihrer Familie in einen anderen Ort. In diesem Fall würde Ihr Lebensmittelpunkt wegen der engen persönlichen Verbindung zu Ihrer Familie, dann trotzdem in dem weiter vom Job entfernten Ort liegen.

Befinden Sie sich in dieser Situation können Sie für eine Familienheimfahrt und die Fahrt wieder zurück zum Job wie beim Arbeitsweg 0,30 Euro pro Kilometer in Anspruch nehmen. Das kleine aber sehr gewichtige Detail bei der Kategorisierung der Arbeitsweg- und Familienheimfahrten ist jedoch, dass sobald dem Finanzamt auffällt, dass die Arbeitswege zweimal am Tag, also doppelt, eingetragen werden, die Natur der Fahrten nicht weiter zurückverfolgt wird. Die Folge daraus wäre eine Abstufung aller Arbeitswege und Familienheimfahrten auf 0,15 Euro. Dies gilt dann pauschal für alle getätigten Fahrten – auch für die Familienheimfahrten, die eventuell lange Strecken sein können und somit hohe Kosten beanspruchen. Durch die Abminderung auf 0,15 Euro pro Kilometer kommt es zu einem Geldverlust. Besser wäre in diesem Szenario, wenn Sie Ihren Arbeitsweg unter der Woche wirklich nur einmal pro Tag als solchen angeben. Die Familienheimfahrten sollten zusätzlich und separat als Werbungskosten angegeben werden. Dann wird auf beide Fahrtkategorien 0,30 Euro pro Kilometer berechnet und die langen Fahrten “heim” zur Familie sind gedeckt. Kurz: Setzen Sie einen  Arbeitsweg pro Tag ab werden Steuern gespart.

Um den Überblick über die verschiedenen Wege, die Sie mit Ihrem Dienstwagen zurücklegen, zu behalten, lohnt es sich bei überwiegend betrieblicher Nutzung des Fahrzeugs ein Fahrtenbuch zu führen. In einem Fahrtenbuch können Sie übersichtlich Privatfahrten von Betriebsfahrten unterscheiden und Arbeitswege sowie Familienheimfahrten entsprechend kategorisieren. Mehr über die verschiedenen Kategorien in einem Fahrtenbuch finden Sie hier.

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