Den können Sie abschreiben: Firmenwagen steuerlich absetzen

Wenn Sie die Fahrzeugkosten pro Kilometer für Ihr Fahrtenbuch berechnen, ist oft von der sogenannten Abschreibung die Rede. Doch was ist das eigentlich und wie wird sie richtig berechnet?

Abschreibung und Sonderabschreibung — was ist das eigentlich?

Nach §7 des Einkommensteuergesetzes (EStG) können Sie als Steuerzahler Wirtschaftsgüter steuerlich absetzen, die Sie länger als ein Jahr beruflich nutzen. So können Sie über mehrere Jahre hinweg Ihre Steuerlast reduzieren. Dabei werden die Anschaffungskosten des Gegenstandes auf eine bestimmte Anzahl an Jahren aufgeteilt, die der Fiskus als durchschnittliche Nutzungsdauer erachtet. Abgesetzt wird dann jeweils ein Jahresbetrag der Gesamtsumme. Im Anschaffungsjahr wird dieser Betrag dementsprechend nach der Anzahl der im Jahr verbleibenden Monate berechnet. Die sogenannte “betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer” bei einem Firmenwagen beträgt sechs Jahre, auf die die Abschreibung verteilt werden.

Fällt Ihr Firmenwagen ins notwendige Betriebsvermögen und wird zu mindestens 90% Prozent betrieblich genutzt, dann sind Sie außerdem zu einer Sonderabschreibung von 20% der Anschaffungskosten berechtigt. So können Sie den vollen Anschaffungswert des Fahrzeuges in kürzerer Zeit abschreiben und schneller Steuern sparen. Diese 90% Betriebsnutzung gelten nur für die ersten beiden Jahre nach dem Fahrzeugkauf. Doch Vorsicht: Ähnlich wie beim Investitionsabzugsbetrag muss Ihr Betriebsvermögen im Vorjahr des Fahrzeugkaufs bei maximal 235.000 Euro gelegen bzw. Ihr Gewinn darf im Vorjahr nicht mehr als 100.000 Euro betragen haben. Erfüllen Sie diese Voraussetzungen, kommen Sie in den Genuss der zusätzlichen Abschreibung.

Bei der Firmenwagenversteuerung darf im Falle der Sonderabschreibung allerdings nicht die Ein-Prozent-Regelung verwendet werden, denn bei dieser wird von einer privaten Verwendung von etwa 30% ausgegangen. Da die Privatnutzung Ihres Firmenwagens bei nur maximal 10% liegen darf, kommt für Sie nur das Fahrtenbuch infrage. Nur so können Sie nachweisen, dass Sie diesen Maximalwert nicht überstiegen haben und weiterhin zur Sonderabschreibung berechtigt sind.

Abschreibung eines Gebrauchtwagens — Kauf oder Einlage?

Handelt es sich bei Ihrem Fahrzeug um einen Gebrauchtwagen oder wollen Sie Ihren Privatwagen in das Betriebsvermögen übertragen (auch Einlage genannt), so wird der Ausgangswert für die Berechnung geschätzt. Bei dem Kauf eines Gebrauchtwagens kann in der Regel der Kaufpreis verwendet werden, bei einer Fahrzeugeinlage lassen Sie den Wert Ihres Wagens bestenfalls von einem professionellen Gutachter schätzen, um bei der nächsten Prüfung die beste Basis zu haben. Je nach Alter des Wagens, wird die Abschreibung dann auf weniger — mindestens jedoch zwei —  Jahre verteilt.

 

Fahrzeugalter beim Kauf Restnutzung Abschreibung
1 Jahr 5 Jahre 20%
2 Jahre 4 Jahre 25%
3 Jahre 3 Jahre 33%
4 Jahre 2 Jahre 50%
5 Jahre 2 Jahre 50%
6 Jahre 2 Jahre 50%
7 Jahre 2 Jahre 50%
8 Jahre 2 Jahre 50%

 

Bei einem drei Jahre alten Fahrzeug wird beispielsweise von weiteren drei Jahren Restnutzung ausgegangen. Die Abschreibung läge in diesem Fall jährlich bei 33% des Anschaffungspreises.

Wie wird der Abschreibungsbetrag berechnet?

Die Basis der Abschreibungsberechnung sind die Anschaffungskosten Ihres Firmenwagens. Dazu zählt nicht nur der eigentliche Kaufpreis, sondern auch jegliche Sonderausstattung und andere Anschaffungsnebenkosten. Wenn Sie nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, zählt die Umsatzsteuer ebenso zu den Anschaffungskosten.

Sind die Anschaffungskosten genau bestimmt, kann die eigentliche Abschreibung berechnet werden. Laut Gesetz erfolgt diese über sechs Jahre — von dieser durchschnittlichen Nutzungsdauer geht der Fiskus bei einem Pkw aus. Die Abschreibung beginnt dann mit dem Monat, in dem das Fahrzeug erworben wurde und wird auch als lineare oder reguläre Abschreibung bezeichnet.

Beispiel 1: Vorsteuerabzug und Sonderabschreibung

Herr Schmidt kauft im August einen neuen Firmenwagen für seinen Mitarbeiter Herr Mustermann. Das Fahrzeug kostet 40.000 Euro zuzüglich 7.600 Euro Umsatzsteuer, jegliche Sonderausstattung bereits inbegriffen. Da Herr Schmidt zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, fallen die 7.600 Euro Umsatzsteuer bei der Berechnung weg. Außerdem soll Herr Mustermann den Firmenwagen mindestens zu 90% dienstlich fahren, weswegen die Sonderabschreibung greifen würde.

 

Kaufpreis inkl. Sonderausstattung 40.000 Euro

Jahresabschreibung 6.667 Euro (40.000 Euro : 6 Jahre)

 

Zeitanteilige Abschreibung für das Kaufjahr 2.778 Euro (6.667 Euro x 5/12)

Sonderabschreibung 8.000 Euro (40.000 Euro x 20%)

 

gesamte Abschreibung für das Kaufjahr 10.778 Euro

Beispiel 2: Gebrauchtwagen

Frau Walter ist selbstständig und möchte Ihren Privatwagen im April in Ihr Betriebsvermögen übertragen. Dieser würde dann, da es sich nicht um einen Neuwagen handelt, wie ein Gebrauchtwagen behaltet werden. Ein Gutachter stellt für den 3 Jahre alten Pkw einen Wert von 7.000 Euro fest.

Geschätzter Wert 7.000 Euro

Jahresabschreibung 2.333 Euro (7.000 Euro : 3 Jahre)

Zeitanteilige Abschreibung für das Einlagejahr 1.750 Euro (2.333 Euro x 9/12)

 

gesamte Abschreibung für das Einlagejahr 4.083 Euro

Falls Sie Fahrtenbuch führen, zählt die Abschreibung in die jährlichen Fixkosten Ihres Firmenwagens. Aus diesen Kosten können Sie dann Ihre Kosten pro gefahrenen Kilometer berechnen und bares Geld in Steuerlast sparen. Mehr über das Fahrtenbuchführen können Sie hier weiterlesen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Navigate