Ein neuer Steuervorteil? Die Förderung von Elektroautos als Dienstwagen

Dienstwagenfahrer können die staatliche Förderung von Elektroautos mittels Steuererleichterungen für sich nutzen. Wir erklären anhand von Beispielrechnungen wie über die Ein-Prozent-Methode oder ein Fahrtenbuch gespart werden kann.

Der Umstieg auf Elektroautosist aus Umweltschutzgründen immer häufiger ein Thema. Da die Fahrzeug in der Anschaffung teurer sind als herkömmliche Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren zögern viele Unternehmen. Der Gesetzgeber unterstützt die umweltfreundliche Alternative zum klassischen Verbrennungsmotor, indem er bei der Versteuerung als Firmenwagen Vorteile für die Nutzer von Elektroautos schafft. Versteuert wird bei Elektrofahrzeugen über die 1-Prozent-Methode oder über ein regelmäßig geführtes Fahrtenbuch. Zum Ausgleich für die höheren Anschaffungskosten, kommt es bei der Berechnung des geldwerten Vorteils und damit der zu zahlenden Steuerlast bei beiden Varianten zu einer Vergünstigung im Vergleich zu anderen Fahrzeugen.

Minderung des Bruttolistenpreises bei der 1-Prozent-Methode

Entscheidet sich ein Fahrzeugnutzer für die Versteuerung über die 1-Prozent-Methode wird über den Bruttolistenpreis abgerechnet.. Im Falle eines Elektroautos wird dieser um die Kosten für das Batteriesystem gemindert. Das heißt konkret: Die Minderung wird pro Kilowattstunde (kWH) berechnet. Bei einer Anschaffung des Autos bis 2013 wird pro kWH der Betrag von 500 Euro multipliziert und vom Bruttolistenpreis abgezogen. Allerdings gibt es eine Grenze – die Minderung darf maximal 10.000 Euro betragen. Ab 2014 wird die Minderung pro kWH jedoch jährlich um 50 Euro gekürzt und der Höchstbetrag verringert sich ebenfalls um 500 Euro. Im Kalenderjahr 2016 beträgt die Minderung pro kWH folglich noch 350 Euro bei einem Höchstwert von 8.500 Euro, im aktuellen Jahr 2017 wären es 300 Euro bei einem Höchstwert von 8.000 Euro und so weiter.

Hier ein Beispiel:
Sabine hat sich 2016 ein Elektroauto als Firmenwagen angeschafft, das Sie auch privat nutzt. Der Bruttolistenpreis des Fahrzeugs liegt bei 46.320 Euro und der Batterieverbrauch bei 16 kwH. Die Minderung des Bruttolistenpreises errechnet sich wie folgt:

1.   16 (kwH) x 350 Euro (Minderung pro kHw)= 5.600 Euro Minderung durch die  Anschaffungskosten der Batterie
2.    46.300 Euro (gerundeter Bruttolistenpreis) – 5.600 Euro (errechnete Minderung) = 40.700 Euro
3.    1% von 46.300 Euro sind 407 Euro

→ das Ergebnis sind 407 Euro, die als geldwerter Vorteil monatlich versteuert werden müssen


Bitte beachten Sie: Eine Minderung kann grundsätzlich nur dann erfolgen, wenn die Kosten für das Batteriesystem im Bruttolistenpreis enthalten sind.

Minderung des tatsächlichen Anschaffungspreis beim Fahrtenbuch

Möchte der Fahrzeugnutzer den tatsächlichen und individuellen Nutzungswert seines Fahrzeugs per Fahrtenbuch berechnen, werden bei der Anschaffung eines Elektroautos die Anschaffungskosten des Batteriesystems bei der Ermittlung der Gesamtkosten herausgerechnet ( mehr Infos zum Fahrtenbuch finden Sie hier). So entsteht ein reduzierter geldwerter Vorteil und folglich eine geminderte Steuerlast.


Hier ein Beispiel:
Sabine hat sich 2016 ein Elektroauto als Firmenwagen angeschafft, den Sie auch privat nutzt. Der Bruttolistenpreis liegt bei 40.000 Euro, da er das Auto gebraucht gekauft hat, betragen die tatsächlichen Anschaffungskosten jedoch 37.000 Euro. Diese tatsächlichen Anschaffungskosten werden bei einem Elektrofahrzeug in der Steuer nun pauschal gemindert. Da der Batterieverbrauch von Sabines Elektroauto bei 13 kWh liegt, wird die Minderung bei einem Anteil von 83% betrieblicher Fahrten und 17% privater Fahrten wie folgt berechnet:

  1. 13 (kwH) x 350 Euro (Minderung pro kHw)= 4.550 Euro Minderung durch die Anschaffungskosten der Batterie
2.    37.000 Euro (auf glatte Hunderter abgerundeter Bruttolistenpreis) – 4.550 Euro (errechnete Minderung) = 32.450 Euro → gesamte Minderung des geldwerten Vorteils
3.    32.450 Euro (Gesamtminderung) : 6 Jahre ( erwartete Nutzungsdauer) = 5.408,33 Euro ( jährlicher Abschreibungsbetrag)
4.    Verrechnung mit zusätzlichen Kosten, wie beispielsweise Versicherungen:
1000 Euro (Versicherungskosten)  
+ 900 Euro (Stromkosten)
+ 5.408,33 Euro (errechneter jährlicher Abschreibungsbetrag)
= 7.308,33 Euro ( Gesamtkosten)
5.    Abzug von 17% der Gesamtkosten bei der Führung eines Fahrtenbuchs:
17% (der Anteil der Privatfahrten) von 7.308,33 Euro = 1.242,42 Euro

→ 1.242,42 Euro jährliche Ersparnis bei der Versteuerung eines elektronischen Dienstwagens über ein Fahrtenbuch



Die Rechnungen zeigen, dass sich das Führen eines Fahrtenbuchs bei Elektroautos lohnt, sofern Sie ein  Dienstwagen überwiegend betrieblich genutzt wird. Dies unterscheidet sich nicht von einem benzin- oder dieselbetriebenen Auto. Die höheren Anschaffungskosten des batteriebetriebenen Fahrzeugs werden pauschal gemindert und ein finanzieller Nachteil ist ausgeschlossen. Wer ein Fahrtenbuch führen möchte, sollte dies also auch bei einem Elektrofahrzeug ohne Bedenken tun.  

Sollten Sie vor einer Entscheidung zwischen der 1-Prozent-Methode und dem Fahrtenbuch stehen, können Sie sich hier im Detail über beide Methoden  informieren.

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