Wie ausgewechselt: So gelingt der Übergang von der 1% Methode zum Fahrtenbuch

Sie versteuern per 1%-Methode, würden aber gerne auf ein Fahrtenbuch umsteigen? Das geht leider nur zu bestimmten Zeitpunkten! Erfahren Sie hier mehr über den Weg zu Ihrer passenden Versteuerungsmethode.

1%-Methode oder Fahrtenbuch?

Sobald Sie Ihren Firmenwagen auch privat nutzen, müssen Sie ihn versteuern. Dies kann über die 1%-Methode oder ein Fahrtenbuch erfolgen. Die 1%-Methode lohnt vor allem dann, wenn der Privatanteil Ihrer Fahrten sehr hoch ist. Der Steuersatz wird hier pauschal nach dem Bruttolistenpreis des Fahrzeugs berechnet.
Ein Fahrtenbuch erfordert mehr Genauigkeit — es müssen die Richtlinien des Finanzamts für ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch eingehalten werden. Die Methode ist allerdings gerade für diejenigen, die Ihren Firmenwagen zu einem Großteil betrieblich nutzen oft deutlich kostengünstiger.

Beachten Sie vor der Wahl die Nutzung und Zeiträume

Sie können zwischen der 1%-Regelung und dem Fahrtenbuch wählen, wenn mehr als 50 Prozent Ihrer Fahrten betrieblicher Natur, also Fahrten zu Kundenterminen etc., sind. Ist dies nicht der Fall und liegt der Betriebsanteil unter diesen 50 Prozent, dann können Sie nicht per 1%-Methode versteuern. Die Alternative sind hier formlose Aufzeichnungen mit der Sie Ihre Betriebskosten und -fahrten belegen können — optimal ist hierfür in vielen Fällen ein Fahrtenbuch. Über diese Einstufungen, die man auch Privat- oder Betriebsvermögen nennt, können Sie hier weiterlesen.

Bei einer überwiegend betrieblichen Nutzung kann die 1%-Methode nur vermieden werden, wenn das ganze Kalenderjahr über durchgehend Fahrtenbuch geführt wird. Die Entscheidung für eine der beiden Methoden sollte mit Bedacht erfolgen, denn ein Wechsel kann nur unter bestimmten Bedingungen erfolgen:

1. Kein unterjähriger Wechsel
Es ist grundsätzlich nicht möglich innerhalb des angebrochenen Jahres zu wechseln, sondern nur zum Anfang des neuen Steuerjahres am 1. Januar. Diese Regelung ist durch ein Urteil des Bundesfinanzhofs vom 20.03.2014 festgelegt. Durch diese Einschränkung sollen Spartricks vermieden werden, sodass es beispielsweise nicht möglich ist für Zeiträume, in denen das Fahrzeug besonders häufig privat genutzt wurde, die 1%-Methode anzuwenden und in den anderen Fahrtenbuch geführt wird.

2. Ausnahmen bestätigen die Regel: Fahrzeugwechsel macht’s möglich
Unterjähriges Umsteigen ist nur dann möglich, wenn ein Fahrzeugwechsel, beispielsweise durch Neukauf, bevorsteht. Dann kann auch von der 1%-Methode auf ein Fahrtenbuch umgestiegen werden, wenn zuvor pauschal versteuert wurde.

3. Keine repräsentativen Zeiträume im Fahrtenbuch
Beachten Sie: Per Fahrtenbuch können Sie nur Zeiträume versteuern, in denen tatsächlich eines geführt worden ist. Ein repräsentativer Zeitraum reicht nicht aus! Auch wenn sich die Fahrten stets wiederholen, muss die ganze Zeit über Fahrtenbuch geführt werden oder es erfolgt zwangsläufig eine Abstufung auf die 1%-Methode durch das Finanzamt.

Die endgültige Entscheidung

Die finale Entscheidung darüber, welche Versteuerungsmethode bei Ihrem Fahrzeug angewendet werden soll, kann noch bei der Einreichung der Steuererklärung beim Finanzamt getroffen und geändert werden. Sie können also, auch wenn Sie eigentlich ein Fahrtenbuch geführt haben, zu diesem Zeitpunkt noch angeben, dass der Privatanteil der Fahrten doch per 1%-Methode versteuert werden soll. Nicht möglich bleibt dies bei einer betrieblichen Nutzung von weniger als 50 Prozent.
Ist dies der Fall, gelten formlose Aufzeichnungen als Nachweise der Nutzung — im besten Falle führen Sie hier also Fahrtenbuch.

Steht der Kauf eines neuen Fahrzeugs an oder rückt das Jahresende näher, empfiehlt es sich somit die Wahl zwischen der 1%-Methode und dem Fahrtenbuch neu zu überdenken. Welche Methode sich für Sie am meisten lohnt, können Sie beispielsweise mit unserem Firmenwagenrechner berechnen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Navigate