Top 10: Fakten zur Entfernungspauschale

Je nach Entfernung zur Tätigkeitsstätte kann der Weg zur Arbeit oft teuer sein. Mit der Entfernungspauschale können Sie die Kosten für die Anfahrt in der Steuer absetzen. Hier finden Sie Wissenswertes zur Pendlerpauschale.

Als Berufstätiger müssen Sie täglich den Weg in Ihr Büro auf sich nehmen — dabei kommen meist in irgendeiner Form Kosten auf Sie zu. Das kann zum Beispiel das Benzin für das Auto oder aber auch ein Zugticket sein. Ein Entgegenkommen für diese Kosten stellt die Entfernungspauschale dar, die auch Pendlerpauschale genannt wird. Wie genau? Pro Kilometer, den Sie als Arbeitsweg von Ihrer Wohnung zum Büro zurücklegen, können Sie 0,30 Euro in der Steuererklärung mindernd ansetzen. Je nach Länge des Arbeitswegs und den Kosten, die Sie tragen, kann die Steuerersparnis entsprechend hoch ausfallen. Wie bei jeder Regelung gibt es auch bei der Pendlerpauschale einige Sonderfälle und Ausnahmen. Die wichtigsten zehn lauten wie folgt:

1. Die Kilometer

Die 0,30 Euro, die in der Steuer für den Arbeitsweg angesetzt werden können, gelten nur pro vollem Kilometer. Wenn Sie also 21,8 Kilometer Anfahrt haben, werden nur die 0,30 Euro für 21 Kilometer berechnet.

2. Die Verkehrsmittel

Egal ob Sie per Auto, Zug, zu Fuß oder mit der öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen – die Entfernungspauschale kann immer angesetzt werden. Achtung: Für Dienstreisen oder auswärtige Termine mit beruflichen Zwecken gelten andere Regeln.

3. Der Hauptwohnsitz

Das Finanzamt akzeptiert eine Entfernungspauschale für Fahrten zum Büro deren Ausgangspunkt der Hauptwohnsitz des Arbeitnehmers ist. Das bedeutet, dass bei mehreren Wohnungen nur dann die weiter entfernte Wohnung angegeben werden kann, wenn dort Ihr Lebensmittelpunkt ist. Andernfalls kann die Pauschale nur für die Wohnung mit dem kürzesten Weg zur Arbeit angewendet werden.

4. Die Strecke

In der Regel kann die Entfernungspauschale nur für die kürzeste Straßenverbindung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte angewendet werden. Eine längere Strecke wird nur dann akzeptiert, wenn diese eindeutig verkehrsgünstiger (z.B. weniger Stau) oder die Fahrt angenehmer (z.B. ohne Umsteigen bei einer Anreise mit dem Zug) ist.

5. Die Arbeitstage

Grundsätzlich kann die Pendlerpauschale nur einmal pro Arbeitstag für den einfachen Arbeitsweg angesetzt werden — also der Hinweg von Ihrer Wohnung zum Büro. Aus diesem Grund kann es wichtig sein, die tatsächlichen Arbeitstage zu berechnen.

6. Die Obergrenze

Der Betrag, den Sie mit der Entfernungspauschale auf Ihren Arbeitsweg ansetzen, kann bei maximal 4.500 Euro im Steuerjahr liegen – es sei denn, die Fahrten werden mit einem eigenen Pkw oder einem Firmenwagen zurückgelegt. Fahren Sie eine Teilstrecke des Arbeitswegs mit Ihrem Pkw und den restlichen Teil mit dem Zug oder fahren Sie einen Teil des Jahres Auto und den anderen Teil mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dann müssen Sie beachten, dass die Obergrenze eingehalten wird und unter 4.500 Euro liegt oder Sie berechnen die tatsächlichen Kosten per Fahrtenbuch.

7. Die Fahrgemeinschaft

Sind Sie Teil einer Fahrgemeinschaft oder teilen sich ein Fahrzeug mit Ihrem Ehepartner, können trotzdem alle Parteien separat die Pendlerpauschale anwenden. Allerdings sind Umwege, die durch die Fahrgemeinschaft entstehen nicht absetzbar und Sie müssen darauf achten, dass die Obergrenze von 4.500 Euro nicht überschritten wird.

8. Die Tätigkeitsstätte

Wenn Sie bei mehreren Betrieben eingestellt und vor Ort tätig sind, gelten besondere Regelungen für die Entfernungspauschale. Fahren Sie zwischen Ihren verschiedenen Tätigkeiten bei Betrieb X und Betrieb Z nach Hause, dann können Sie für jeden Arbeitsweg, also die Strecke von Ihrer Wohnung zu Betrieb X und die später zurückgelegte Strecke von Ihrer Wohnung zu Betrieb Z, einzeln die Entfernungspauschale ansetzen.

Fahren Sie – ohne zuerst zu Ihrer Wohnung zurückzukehren – täglich mehrere Tätigkeitsstätten an, können Sie die Strecken addieren und mit 0,30 Euro ansetzen. Beachten Sie: die Entfernung, die für die Pauschale ermittelt wird, kann höchstens die Hälfte der Gesamtstrecke sein!

Praxisbeispiel:

Frau Schmidt arbeitet bei zwei Tätigkeitsstätten. Sie fährt morgens von ihrer Wohnung zu Betrieb X 20 Kilometer. Nachmittags fährt sie von Betrieb X zu Betrieb Z 15 Kilometer und fährt von dort aus zu ihrer Wohnung 25 Kilometer.

20 + 15 + 25 = 60 Kilometer Gesamtstrecke
20 + 25 = 45 Arbeitsweg insgesamt

Da der addierte Arbeitsweg der Strecken von der Wohnung zu Betrieb X und von der Wohnung zu Betrieb Z höher ist als die Gesamtstrecke, kann Frau Schmidt höchstens 30 Kilometer (60 Kilometer Gesamtstrecke geteilt durch 2) mit 0,30 Euro ansetzen.

 

9. Der Arbeitgeberzuschuss

Ein Zuschuss des Arbeitgebers klingt im ersten Moment sehr lukrativ, Sie müssen allerdings beachten: Steuerfreie oder pauschal versteuerte Arbeitgeberleistungen (zu denen die Zuschüsse gehören) müssen von dem mit der Entfernungspauschale berechneten Betrag abgezogen werden.

10. Die Alternative

30 Cent erscheinen Ihnen als Kostenausgleich zu wenig? Dann können Sie als Alternative zur Entfernungspauschale die tatsächlichen Kosten nachweisen. Dies geht mit einem Fahrtenbuch, in dem Sie die tatsächlich gefahrenen Kilometer notieren und zusätzlich die Betriebskosten für Benzin, Versicherung etc. per Quittung nachweisen. Mehr zum Fahrtenbuchführen erfahren Sie hier.

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