Zeit ist Geld: Arbeitstage und Pendlerpauschale

Mit der Entfernungspauschale können Sie Ihren Arbeitsweg von der Steuer absetzen — dabei ist die richtige Aufzeichnung der tatsächlichen Arbeitstage im Jahr bares Geld wert. Worauf Sie achten müssen und welche Spezialfälle es gibt, erfahren Sie hier.

Bei der Pendler- oder Entfernungspauschale handelt es sich um einen Betrag von 0,30 Euro den Sie pro Kilometer des einfachen Arbeitsweg von der Wohnung bis zur ersten Tätigkeitsstätte in der Steuererklärung ansetzen dürfen. Dies gilt nicht nur für den Weg mit dem Auto, sondern auch für eine Anreise mit Bus, Bahn, Fahrrad oder sogar zu Fuß. Wichtig ist: Nur die kürzeste Strecke, also der direkte Weg von Ihrer Wohnung zur Arbeit, kann steuerlich geltend gemacht werden. Zudem ist die Entfernungspauschale nur für Fahrten zu Ihrer ersten Tätigkeitsstätte, also dem Arbeitsplatz, an dem Sie hauptsächlich arbeiten, wirksam. Alle anderen Fahrten, beispielsweise die Fahrt von der Wohnung zu einem Kundentermin, gelten als Dienstfahrten, sofern sie einen betrieblichen Zweck haben und nicht ausschließlich privat sind. Um den größtmöglichen Steuervorteil zu erreichen, ist es wichtig, dass Sie Ihre Arbeitswege richtig angeben – dabei spielt auch die Anzahl der Arbeitstage im Jahr eine Rolle.

Die Berechnung der Arbeitstage


Die Anzahl der Arbeitstage, die Sie in einem Jahr tätigen, sollte genau bestimmt werden, um die Entfernungspauschale für den Arbeitsweg in vollem Maße geltend machen zu können. Für jeden Arbeitstag kann die Strecke zwischen Wohnung und Arbeit einmalig pro Arbeitstag mit 0,30 Euro je Kilometer steuermindernd angesetzt werden. Aus diesem Grund ist Ihre persönliche Anzahl der Arbeitstage ausschlaggebend.
Das Finanzamt geht von 30 Tagen aus, an denen Sie krank oder im Urlaub waren. Arbeiten Sie eine 5 Tage Woche, werden folglich 230 Arbeitstage ohne Nachweise akzeptiert. Bei einer 6 Tage Woche sind es 280 Tage.
Wollen Sie überprüfen, ob Sie vielleicht an mehr Tagen gearbeitet haben, sollten Sie genau festhalten, wann Sie auf der Arbeit waren und welche Tage wegen Krankheit oder Urlaub wegfallen. Zudem müssen Sie Ihr Bundesland angeben – es gibt eine unterschiedliche Anzahl von Feiertagen, die abgezogen werden. Besonders lohnenswert ist diese genaue Aufzeichnung, wenn Sie weniger als 30 Tage Urlaub genommen haben. Dann liegt die Anzahl Ihrer tatsächlichen Arbeitstage meist über der pauschalen Annahme des Finanzamts.

Ein Beispiel:
Herr Müller ist in seiner Firma mit 5 Tagen die Woche beschäftigt. Zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember liegen genau 260 Werktage. Davon muss er jedoch 9 Feiertage abziehen, da er in Brandenburg wohnt und arbeitet. Weiterhin abgezogen werden Urlaubs- und Krankheitstage. Herr Müller war nicht krank und hat auch nur 6 Tage Urlaub genommen, seine Arbeitstage berechnen sich für das Jahr 2017 wie folgt:

365 Tage im Jahr – 105 Samstage und Sonntage – 9 Feiertage = 251 Werktage
251 Werktage – 6 Urlaubstage = 245 Arbeitstage
Herr Müller hat an 245 Tagen gearbeitet und kann pro Tag einen Arbeitsweg mit der Entfernungspauschale von 0,30 Euro geltend machen.
Der Weg von Herr Müllers Wohnung zu seiner ersten Tätigkeitsstätte liegt bei 15 Kilometern. Die Steuerersparnis berechnet sich demnach so:
245 Arbeitstage x 15 km x 0,30 Euro = 1.102,50 Euro

 

Da Herr Müller seine tatsächlichen Arbeitstage genau festgehalten hat und diese auch, beispielsweise mit Stundenzetteln, belegen kann, spart er 1.102,50 Euro Steuern.
Der Berechnung mit 230 Tagen, wie es das Finanzamt vorsieht, hätte er nur 1.035 Euro gespart.

Ausnahmen:
Für einige Berufe gelten zudem andere Regeln. Bei einem Lehrer geht das Finanzamt zum Beispiel von 260 Arbeitstagen aus, von denen jedoch sämtliche Ferien und Feiertage abgezogen werden. Für Lehrer ist es somit besonders wichtig, genau festzuhalten, wann sie an Wochenenden oder den Ferien in der Schule sind. Als Nachweis dafür bietet sich der Stundenplan oder ein anderer Nachweis durch die Schule an.

Arbeitsweg und Dienstreise


Sind Sie mit Ihrem Wagen auch auf Dienstreisen unterwegs, können Sie auch hier die Entfernungspauschale nutzen – allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Wichtig ist auch hier wieder, dass Sie alle Tage, an denen Sie eine Dienstreise unternehmen, festhalten. Fahren Sie direkt von Zuhause auf die Dienstreise, oder auch nur zu einem Kundentermin für Ihre Firma, handelt es sich nicht um einen Arbeitsweg und Sie können dafür keine Entfernungspauschale anwenden. Anders ist der Fall, wenn Sie zuerst auf die Arbeit fahren und dann von dort aus die Dienstreise starten. Für diesen Tag können Sie dann die Entfernungspauschale für Ihren Arbeitsweg anwenden. Dies muss allerdings nachgewiesen werden – zum Beispiel mit einer Bescheinigung Ihres Arbeitgebers.
Unabhängig davon können Sie für Dienstreisen, die Sie mit Ihrem Privatauto tätigen, eine Reisekostenpauschale anwenden, die ebenfalls bei 0,30 Euro pro Kilometer liegt. Diese Reisekostenerstattung fällt in den Bereich Spesen – hier können Sie sich weiter darüber informieren. Da die tatsächlichen Kosten hier jedoch häufig über dem Pauschbetrag liegen, kann sich ein Fahrtenbuch lohnen. Im Fahrtenbuch können Sie genau nachweisen, wie viele Kilometer Sie für betriebliche Fahrten zurückgelegt haben, und diese mit den Betriebskosten verrechnen. Ein Fahrtenbuch lohnt sich vor allem bei der Nutzung eines Firmenwagens – lesen Sie hier mehr zum Thema.

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